Schlagwörter

, , , , , , , , , ,

Spätsommer auf der Bergehalde Lydia

Spätsommerbunt

Begegnung zwischen Sommer und Herbst
© Alfons Pillach

Der Sommer stieg auf einen Berg
und sah hinunter auf sein Werk.
Wie stolz er war, weil alles blühte
und reifen Sommerglanz versprühte.
Der Sommer hatte seine Stirne
umkränzt mit Pfirsich, Apfel, Birne.
Wie blumenreich war sein Gewand,
mit dem er auf dem Berge stand.

Er war mit seinem Werk zufrieden,
und vollstes Glück war ihm beschieden.
Der Bauer hat sein Feld gemäht,
doch war die Zeit im Jahr schon spät,
sodass der Sommer schnell erkannte
den jungen Mann, der Herbst sich nannte.

Der Herbst trug üppig auf der Stirne
das Herbstlaub von dem Baum der Birne.
„Schau,“ sprach der Herbst zum Sommer, „schau,
die Abende sind nicht mehr lau,
die Tage werden langsam kälter,
und du, mein Freund, wirst immer älter.
Siehst du den Nebel dort im Tal?
Das ist mein Schleier, tausendmal
wird er mich bald begleiten,
frühherbstlich sind die Zeiten.
Verschwinde nun aus meinem Reiche,
ich mach’ dich sowieso zur Leiche.“

Der Sommer meinte mit Verdruss:
„Ich weiß, dass ich dir weichen muss,
dass du mein Zepter übernimmst
und rücksichtslos den Thron erklimmst.
Doch irgendwann, in ein paar Wochen,
kommt auch der Winter angekrochen,
mit Kälte, Schnee und Eis, dann sterbst
auch du, verdammter Herbst.“

***
Mehr von → Alfons Pillach

*

Foto: Spätsommer auf der Bergehalde Lydia, 21. August 2013

*

Gedichte, Sommer, Herbst, Sommergedicht, Herbstgedicht, Alfons Pillach, Jahreszeiten, Jahreszeitengedicht

***